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Stand: 18.12.2014

Pressemitteilung

Ökumenische Aktion

„Definitiv den Traumjob gefunden“

 Vechta / Oldenburger Land (LCV) Das war nicht nur einfach: Da wurde eine Teilnehmerin dreimal in einer Behinderteneinrichtung verheiratet. Eine andere musste "eklige" Lebensmittel in einer Tafel sortieren. Wieder ein anderer sah zum ersten Mal im Leben einen sterbenden Menschen.

Und doch würden die Allermeisten wieder mitmachen bei der Aktion ‚Szenenwechsel‘. Das ist am Samstag, 24. März, bei der Auswertung des Sozialpraktikums auf dem Vechtaer Jugendhof zu hören. Veranstalter waren die Oldenburgischen Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas in Zusammenarbeit mit Bund der Deutschen Katholischen Jugend sowie der Evangelischen Jugend Oldenburg.

99 Jugendliche waren es insgesamt, die vom 19. bis zum 23. März ein soziales Kurzpraktikum in Einrichtungen  wie Kindertagesstätten, Krankenhäusern oder Werkstätten für Behinderte absolviert haben. 82 davon weiblich, 17 männlich.

Leon Sieverding aus Cloppenburg beispielsweise: Alle Welt dränge in ferne Länder, sagt er. "Dabei bleiben einem manchmal fremde Lebenswelten vor der eigenen Haustüre verschlossen", ist der 20-jährige Student der Mathematik überzeugt. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in Rumänien vor Studienbeginn war es ihm in diesen Semesterferien ein Anliegen, die Arbeit einer Behindertenwerkstatt kennen zu lernen.

Oder Tabatha Högel aus Oldenburg, für die es 2018 der vierte Szenenwechsel war. Jetzt in einer Krippe, wo es sie besonders gefreut hat, dass ein Kind immer ausgerechnet auf ihren Arm wollte. Die kostenlosen Schnupperpraktika hat sie für ihre Berufsorientierung genutzt. ‚Ergotherapie‘ lautet ihr Ziel. Davor will die 18-Jährige aber eine Ausbildung zur Erzieherin absolvieren.

Auch wenn längst nicht alle eine solche Klarheit haben, herrscht nach anfänglichem Albern eine sehr dichte Atmosphäre in der Auswertung der rund 70 Jugendlichen, die nach fünf Tagen Einsatz vor Ort auch zur Reflexion der Tage gekommen sind. Vom Schlemmertag im Kindergarten wird heiter erzählt, an dem es Hot Dogs gab. Aber auch davon, dass einem das Waschen eines unbekleideten Patienten eigentlich zu viel war. Oder dass es für den schwarzhaarigen Jugendlichen in der zerrissenen Jeans das erste Mal war, einen Sterbenden gesehen zu haben.

Für die 16-jährige Beate Bechtold aus Damme wird das vermutlich nicht das letzte Mal gewesen sein: "Ich habe definitiv im Krankenhaus meinen Traumjob gefunden", sagt sie nach absolviertem Szenenwechsel. "Das Praktikum hat das noch mal bestätigt."

Dietmar Kattinger, 24.03.2018


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