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Stand: 22.01.2019

Pressemitteilung

"In diesem Leben möchte ich nicht reich werden"

Lohne / Landkreis Vechta. Den Satz ihrer Mutter scheint sie sich zu eigen gemacht zu haben. Die Mahnung, wonach man, wenn man vom Rad gefallen ist, gleich wieder aufsteigen muss.

Wieder empor gereckt hat sich Elisabeth Pundsack nach einem Herzinfarkt im Februar letzten Jahres, den die Lohnerin wie eine "Atombombe im Körper" erlebt hat. Jetzt will sie eine Selbsthilfegruppe gründen, für alle, die Probleme mit ihrem zentralen Lebensorgan haben. Unterstützt wird sie dabei von Melanie Fischer von der Kontakt- und Beratungsstelle Selbsthilfe der Caritas in Vechta.

Dabei sieht man ihr die Herz-Probleme nicht an. Sie, die 70-jährige, die ab dem Alter von 16 bereits in der Schweiz, in Schweden, Dänemark, Indien und in Afrika gearbeitet hat. Die sich 2015, vor ihrem Herzinfarkt für eine Reise nach Nepal angemeldet hatte.

Jene in Coesfeld geborene gelernte Freizeitpädagogin, welche die Liebe zu altem Porzellan in die Wiege gelegt bekam. Eine Liebe zu Altem und Kostbarem, die der Besucher nach dem dritten Schritt in ihr Haus erkennt: Fotografien in geschnitzten Rahmen bedecken die Tapete dahinter fast gänzlich. Kreuze zieren die Wände ebenso wie Ikonen, welche sie selbst geschrieben hat. "Um auch mal zur Ruhe zu kommen", wie Elisabeth Pundsack rückblickend sagt.

Verständlich: Denn immer hätten sie und ihr Mann Hans-Gert Menschen bei sich im Hause aufgenommen aus Indien, aus Afrika. Für zwei Wochen, aber auch mal für fünf Monate. Menschen, die beispielsweise für kurze Zeit in der Region gearbeitet hätten.

Woraus Kontakte in die ganze Welt entstanden sind. "Wir bekommen Einladungen nach überall hin", sagt die Weitgereiste. Und wodurch es neben den drei eigenen Kindern und den vier Enkeln fünf weitere Patenkinder im afrikanischen Tanzania gibt. Sätze wie "In diesem Leben möchte ich nicht reich werden" oder "Wir investieren lieber in Menschen als in Häuser" lassen erahnen, was dem Ehepaar wichtig und was unbedeutend ist.

Lebensfahrt aufgenommen hat Elisabeth Pundsack auch, indem sie im gerade vergangenen März zusammen mit Mann und Sohn vier Wochen durch Marokko gereist ist: "Die gleiche Rundreise wie vor 25 Jahren", sagt sie und bietet Kekse aus eben diesem Land an.

Eine Frau, die aber dann doch Unterschiede zu früher spürt. In ihrem Lohner Antiquitätenladen, in dem es keinen Strom und kein Wasser gibt, der nur freitags geöffnet hat und der dann geschlossen wird, "wenn es dunkel wird", fühlt sie sich schneller schlapp als früher.

Ob das anderen nach einem Herzinfarkt auch so geht, möchte sie gerne von ebenfalls Betroffenen hören oder ob ihr früheres Ermatten einfach vom Alter komme. Bis wann ein Stechen in der Brust normal sei und ab wann sie sich Sorgen machen sollte. Eine Selbsthilfegruppe für Herzkranke möchte sie daher gründen, die es im Landkreis Vechta bisher noch nicht gibt.

Weitere Infos:
Eingeladen zur Selbsthilfegruppe "Gesprächskreis für Menschen nach Herzinfarkt und anderen Herzerkrankungen". Die Treffen finden jeweils am letzten Donnerstag im Monat von 18.00 bis 19.30 Uhr im Ludgerus-Werk Lohne (Mühlenstraße 2) statt. Zum ersten Mal treffen sich Interessierte am Donnerstag, 28. April. Weitere Infos bei der Kontakt- und Beratungsstelle Selbsthilfe, Melanie Fischer, Tel. 04441/8707-0.

Dietmar Kattinger, 11.04.2016

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