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Stand: 18.12.2014

Pressemitteilung

Konzert der PRINZEN

Von Küssen, Schweinen und vom Haare Kraulen

Dass Sebastian Krumbiegel beim Soundcheck nur wenig Zeit hat für die Lohner Gruppe, ist schnell vergessen. Nur acht Meter entfernt von ihm sitzen zwei Stunden später Anette Lampe, Stefan Dämmer, Jan Sieverding und Stefan Ballmann vom Andreaswerk in Lohne.

Zu verdanken haben sie den kostenlosen Besuch beim Prinzen-Konzert in der Delmenhorster evangelischen Stadtkirche dem Engagement von Cornelia Emken vom Caritas-Sozialwerk in Lohne. 54 Spieler in 14 Teams hatte alleine sie im vergangenen Jahr motivieret, bei sogenannten ‚Bundesgenerationenspielen‘ des Deutschen Caritasverbandes mit zu machen.

Präsident Neher als Glücksfee

960 Teams waren es schließlich insgesamt an 180 Standorten zwischen Augsburg und Aurich, Primasens und Passau. Männer und Frauen, Kinder und Greise, Einheimische und Zugewanderte haben Autoreifen um die Wette gerollt, Regenrinnenstücke aneinander gehalten oder sich im Papierfliegerweitwurf gemessen. Und das Ganze unter der Schirmherrschaft des Prinzen-Frontmannes Sebastian Krumbiegel.

Weil Caritas-Präsident Peter Neher Lohne schließlich aus einer runden  Lostrommel gezogen hat, durften zehn Personen am Mittwochabend, 6. September, den Leipziger Star-Schirmherren in der evangelische Stadtkirche Delmenhorst einzeln per Handschlag begrüßen.

Abwechslung zu Tischlerei und Wäscherei

Begleitet von Cornelia Süßmann und Claudia Kolbeck, von Jasmin und Markus Winter erleben sie aus der vierten Reihe, wie Krumbiegel zusammen mit Sänger Tobias Künzel den "Mann im Mond" am Horizont aufscheinen lässt. Sie die normalerweise in der Tischlerei, Wäscherei oder der Elektromontage des Andreaswerkes ihren Dienst tun.

Fast in Griffnähe vibrieren sie mit, als der Frontmann zum gemeinsamen Lamento einlädt, "denn das Leben ist grausam". Der Musiker, der anfangs den Einpeitscher gibt und einen immer noch lauteren Applaus will. In Delmenhorst, dort wo die Leipziger Band mit den Sängern des früheren Thomaner-Chores schon zum zweiten Mal vor ausverkauftem Haus auftreten.

Kennt die Refrains: Anette Lampe

Die Andreaswerker sehen, wie der Schweiß von Krumbiegels Igel-Haaren an nur so abwärts rinnt. Er, der den Lärmpegel immer wieder nach oben schieben will. Dabei sind es manchmal gerade die leisen Lieder, die die Lohner ebenfalls genießen. Für die das Konzert "besser ist als ein Werder-Bremen-Spiel" (Stefan Ballmann).

Die wie Anette Lampe Refrains mitsingen und oder wie Stefan Dämmer still werden, wenn zu hören ist, dass auch in der DDR "nicht alles schlecht war". Lohner, die es genießen, dass der 51-Jährige zwischendurch mal alleine am Piano pfeifend 600 Zuhörer im auf den letzten Platz gefüllten Kirchensaal in seinen Bann zieht.

Achtjährige und 80-Jährige

Wenn er Mütter und Töchter, Achtjährige und 80-Jährige, Jan Sieverding und Cornelia Emken gleichzeitig die Arme nach oben reißen lässt, weil "Küssen verboten" oder "Alles nur geklaut" ist.

Dann beim "Schwein sein" hat Krumbiegel sie alle. Jetzt ist der Funke übergesprungen. Auf die Andreaswerker, ihre Betreuer, auf alle 600. Auf den Herrn mit Krücken, der später die Kirche verlassen wird zusammen mit Anette, Jan und den beiden Stefans.

"Super Konzert"

"Super. Spitze", schwärmen sie beim Gang vom Gotteshaus zurück zum weißen Caritas-Bulli. Und dem begleitenden Journalisten wird von hinten ins Haar geblasen. Die Marotte einer teilnehmenden Person. Die Vorstufe vom Haare-Kraulen, wird gesagt. Ein Freundschaftsbeweis sozusagen. Die Aufnahmebestätigung in die Gruppe allemal. Inklusion konkret.

Dietmar Kattinger, 07.09.2017

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