Cloppenburg / Oldenburger Land (LCV) "Anstrengend, erfüllend, abwechslungsreich": So haben viele der rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim 37. Tag der Altenpflege in der Cloppenburger Stadthalle ihre Arbeit in der Pflege beschrieben. Personalmangel und Zeitdruck nannten sie am Dienstag, 17. März, in der Cloppenburger Stadthalle als größte Herausforderung gefolgt von steigenden Anforderungen durch die generalistische Ausbildung.
Trotz Kritik an dieser seit dem 1. Januar 2020 in Deutschland geltenden gemeinsamen Berufseinführung in die Alten-, Gesundheits- und Kranken- sowie Kinderkrankenpflege sprach sich der Pflegeexperte Honorarprofessor Dr. Martin Pohlmann eindeutig für die Beibehaltung der generalistischen Ausbildung aus. Gleichzeitig sollte diese weiterentwickelt und die Praxisbegleitung verstärkt werden.
Tipps für ein besseres Klima im Pflegealltag gab Kommunikationstrainer Ludger Quatmann (Dinklage). So riet er zu einem "10-Uhr-" oder "11-Uhr-Zug". Dabei solle das Team etwa um diese Uhrzeit kurz zu der Frage und gleichzeitig dem Thema des Altenpflegetages zusammenkommen: "Wer braucht hier gerade was?" Auch riet er zu gemeinsamen Aktivitäten von Teams außerhalb der Dienstzeit, durch die man den Kollegen besser verstehen lerne.
Das Schlimmste im Wohnbereich eines Altenheims sei, nicht gemeinsam Feierabend zu machen, sondern jede Kraft dann, wenn sie ihre Arbeit erledigt hätte. Quatmann riet stattdessen zu Ritualen wie einem kurzen Feedback am Ende der Dienstzeit. "Das sind Kleinigkeiten, die eine große Wirkung zeigen."
Klare Grenzen gegenüber Bewohnern setzt eine Führungskraft, wenn sich ältere Personen weigern, sich von einer dunkelhäutigen Mitarbeiterin im Rahmen der Pflege berühren zu lassen. Zum einen würden solche Fälle im Team aufgearbeitet und dem Bewohner zugleich die Botschaft vermittelt: "Wir arbeiten hier in Vielfalt."
Zur Frage "Was brauchen zugewanderte Pflegekräfte?" kam aus dem Publikum die Anregung, einfache Gesprächskreise einzurichten. Dort könnten zugewanderte Pflegerinnen und Pfleger auf unkomplizierte Weise die deutsche Sprache lernen oder ihre Sprachkenntnisse verbessern.
Umrahmt wurde die Veranstaltung durch Entspannungsübungen mit Ina Mürmel. Veranstalter war der Landes-Caritasverband für Oldenburg sowie die Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe. Weitere Infos: 04441/8707-0 oder unter www.lcv-oldenburg.de
Pressemitteilung
Altenpflege 2026: Anstrengend, erfüllend, abwechslungsreich
Erschienen am:
18.03.2026
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