Vechta.
1994 gegründet
hat sie kürzlich die 1-Millionen-Marke überschritten: die Mechtild und Günter
Welker-Stiftung mit Sitz in Vechta. In 1843 Fällen hat sie rein aus
Wertpapiererträgen und Spenden Schwangeren und jungen Müttern in Not geholfen.
Eine Million Euro ausgeschüttet: Dr. Welker, hätten Sie das gedacht, als Sie
1994 ihre Unterschrift gesetzt haben?
Nein, das hatten wir so in dieser Größenordnung nicht erwartet. Wir
hatten zwar die Hoffnung, dass sich die aus zu schüttende Summe durch
Zustiftungen
und Spenden langsam aber sicher erhöhen würde.
Deren Höhe und Umfang hat uns doch sehr positiv überrascht. Es zeigt uns, dass
wir im Kern richtig gelegen haben.
Was war der Kern Ihrer Arbeit?
Es gab nach der Wiedervereinigung die Debatte im Bundestag um die
Neufassung des Gesetzes zum Schwangerschaftsabbruch. Damals wurde die Regelung
mit Schein eingeführt, die Zwangsberatung. Da haben meine Frau und ich uns
gesagt, es kann nicht sein in unserem doch recht wohlhabenden Land, dass aus
Kostengründen Kinder abgetrieben werden. Das war der springende Punkt. Hier
haben wir gesagt, wir wollen mit einer kleinen Stiftung etwas dagegenhalten und
Signale setzen. Natürlich konnten wir das Problem nicht als Ganzes lösen, das
war uns klar. Aber wir glauben, - und so sehen wir auch den Sinn unserer
Stiftung – manchen Menschen zum Nachdenken gebracht zu haben, im Rahmen seiner
Möglichkeiten zu helfen.
Also ein Erfolg über das Materielle hinaus…
Ja, wir können nur darauf hinweisen, dass jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten
helfen sollte.
Was hat sie in dieser Zeit am meisten berührt?
Das waren Dankesschreiben und anrührende Rückmeldungen, die wir über
die Jahre teils persönlich, teils über Beraterinnen erhalten haben.
Letztendlich waren wir froh und glücklich, dass wir dieses Wagnis eingegangen
waren, diese Stiftung zu gründen.
War es ein Wagnis?
In gewisser Weise schon. Wir hatten zu Beginn ein namhaftes Kapital in
die Stiftung gegeben. Der große Vorteil war – und das war unsere Absicht
- ,
dass wir sehr schnell schon sehr viel an Zuwendungen
ausschütten konnten.
Sie waren selbst immer sehr eng mit der Stiftung verbunden. Sehr nah dran
an allem. Warum?
Die Sache war meiner Frau und mir ein Herzensanliegen. Ich wollte das
Konzept auch weiterentwickeln. Daher wollte ich nahe dran bleiben und auch
weiter mitbestimmen können.
Selbst in der Wirtschaftskrise haben Sie kein Geld verloren. Was heißt
kluges Anlegen, kluges Handeln für Sie?
Nun, Fakt ist, ganz ohne Risiko kann es keine vernünftigen Zins- und
Dividendenerträge geben. Andererseits habe ich nie spekulativ agiert. Ich habe
immer eine verantwortliche Vermögensverwaltung durchgeführt. Ich hab nachhaltig
und konservativ investiert. Mein Vorteil war, dass ich vor Gründung der
‚Mechtild und Günter Welker-Stiftung‘ bereits drei Jahrzehnte andere Stiftungen
verwaltet habe. Ich habe also nicht blauäugig begonnen.
Das besondere Ihrer Stiftung ist, dass Sie bereits zu Lebzeiten Geld in
ihre Initiative gegeben haben. Haben Sie das nicht manchmal bereut?
Nein, nie. Wir finden das total richtig - nach wie vor. Wir machen ja
auch heute noch viel Stiftungsberatung. Wir raten dann dazu, zu Lebzeiten einen
Teil des Vermögens in die Stiftung zu geben. Dann kann man zu Lebzeiten noch
Einfluss auf die Satzung nehmen und den Kurs der Initiative noch verbessern auf
Grund der gemachten Erfahrungen. Da lässt sich noch eine Menge positiv
korrigieren, wenn es denn nötig sein sollte.
Seit 18 Jahren gibt es Ihre Stiftung. Was wünschen Sie sich für die
Zukunft?
Natürlich wünschen wir uns eine gute Weiterentwicklung. Wir hoffen, hie
und da noch positiv Einfluss nehmen zu können – etwa in dem wir um
Zustiftungen
werben. Wir
frödern
inzwischen auch Präventionsmaßnahmen und helfen in Litauen. Das heißt, wir
gehen über die Bundesrepublik hinaus, weil wir meinen, dass Europa nicht nur
ökonomisch zusammen wachsen muss, sondern auch im sozialen Bereich. Wenn Gott
uns noch eine Zeit gibt dafür, dann sind wir beide sicher auch noch in der
Lage, dieses und jenes neu auf den Weg zu bringen. Wir sehen unsere Gesundheit
als Gnade und Verpflichtung. Auch unsere fünf Kinder und 14 Enkelkinder sind
ein Fundament, das uns mitträgt.
Hinweis:
Anträge können nicht direkt, sondern nur über Schwangerschaftsberatungsstellen
an den Landes-Caritasverband für Oldenburg (LCV) gestellt werden, wo die
ökumenisch arbeitende Stiftung seit 1994 verwaltet wird. Weitere Infos bei:
LCV, Alexandra Hermes, Tel. 04441/8707-0
Spendenkonto der Welker-Stiftung:
Ktnr
. 1014500100; BLZ 280 200 50 Oldenburgische
Landesbank
Zur Person:
Mechtild Welker,
geb. 1930 in Meppen
Studium der Volkswirtschaft
Dr. Günter Welker,
geboren 1926 in Bochum;
- Studium der Land- und Volkswirtschaft
- 1954 bis 1985 Leitung des Landwirtschaftlichen Betriebs ‚Gut
Vehr
‘ bei Quakenbrück
- 1994 Gründung der Mechtild und Günter Welker-Stiftung
- 1999: Gründung der Stadtstiftung Quakenbrück
- 2000: Verleihung der Goldenen Caritasnadel an Mechtild und Günter Welker
- 2004: Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens an Günter
Welker und der Verdienstmedaille des Verdienstordens an Mechtild Welker
- Zur Familie Welker zählen fünf Kinder und 14 Enkelkinder
Dietmar
Kattinger
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 04441/8707-640