Lohne. Am Sonntag, 14. Februar, haben die Katholischen Verbände im Offizialatsbezirk Oldenburg den Startschuss gegeben für die Aktion 'Wandelherz - Besser Leben'. Rund 500 Gläubige feierten den Auftaktgottesdienst in der Lohner St. Josef-Kirche.
Zu Beginn des Gottesdienstes verdeutlichte Prälat Peter Kossen das Anliegen der Wandelherz-Bewegung. "Sein Herz wandeln: weg von Geiz, Habsucht und Rücksichtslosigkeit hin zu Gerechtigkeit, Maß und Rücksichtnahme", sagte Kossen.
Menschen nur noch als Produktionsfaktor betrachtet, Hunger in Burkina Faso seien Gründe, die einen Herzenswandel notwendig machten, sagte Kossen. Maßlosigkeit und Gier hätten auch in der Region zu schweren sozialen, ökologischen und ökonomischen Verwerfungen geführt.
"Massive soziale Missstände und große Ungerechtigkeiten in unserer direkten Umgebung haben uns die Erkenntnis gebracht, dass die innere Haltung eines Menschen sein konkretes Verhalten beeinflusst", kritisierte der Vorsitzende des Komitees der Verbände, Clemens Olberding, beim anschließenden Empfang.
Das Gremium vertritt 45.000 Mitglieder in 25 Verbänden zwischen der Nordsee und den Dammer Bergen. "Ist die innere Haltung vom puren Gewinnstreben oder Geiz geprägt, dann geht der Mensch für seinen Vorteil letztlich sogar über soziale Leichen", verwandte Olberding deutliche Worte. Dem gelte es entgegenzusteuern, beschrieb er die Motivation zu 'Wandelherz'.
"Wir laden alle Menschen ein, ihre eigene innere Haltung zu überprüfen und das Verhalten so zu wandeln, dass daraus für alle mehr Lebensqualität und soziale Verantwortung entsteht." Olberding animierte, Konsumgüter auf ihre Notwendigkeit, Produktionsweise und Transportbedingungen zu hinterfragen. "Werden Sie, Ihr Verband, Ihr Verein, Ihre Nachbarschaft unsere Verbündeten im Streben nach einer faireren Welt", rief der Löninger auf.
Wandelherz-Beispiele:
Wie das funktionieren kann, verdeutlichten vier Verbandsvertreter. Der Malteser Hilfsdienst verstehe die Wandelherz-Bewegung als Einladung, zerstörerische Haltungen zurück zu lassen und gute stärker auszuprägen - im Sinne eines Persönlichkeitstrainings. "Wandelherz zielt auf die Ursache der Not, statt auf ihre Folgen", sagte Malteser-Vertreter Stephan Grabber.
Mechtild Bothe von der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd), berichtete, dass ihr Verband einen bewussten Umgang mit Ressourcen anstrebt. "Durch Nachhaltigkeit wollen wir Kindern und Enkelkindern eine gute Zukunft bieten."
Franz-Josef Kröger, Diakon der Kirchengemeinde St. Gertrud in Lohne, beteiligt sich mit einem Stand auf der Lohner Gewerbeschau an der Bewegung. "Ich mache mit, weil ich die Veränderung von Produktionsbedingungen und Konsumverhalten für erforderlich halte."
Die Junge Gemeinschaft (JG) wird zur Beteiligung an einem autofreien Sonntag und sowie einem Fahrradgottesdienst am 6. März in Vechta aufrufen.
Text: Johannes Hörnemann / dkt