Vechta (LCV)
Vor einem „Kollaps in der Pflege“ hat am Mittwoch,
15. September, der Referent für Pflege des Landes-Caritasverbandes für
Oldenburg, Horst Geers, gewarnt. Dieser könne durch schlechte Rahmenbedingungen
in der Ausbildung zur Altenpflege auch auf das Oldenburger Land zu kommen.
Ein
Ausbildungsplatz in der Altenpflege koste ein Altenheim derzeit jährlich rund
13.000 Euro. Lediglich 6150 Euro davon bekäme die Einrichtung über den
Pflegesatz wieder erstattet. Den Rest müsse sie selbst finanzieren. Viele
Altenheime würden deshalb keine Auszubildenden mehr einstellen, erklärte Geers.
„Nicht, weil sie nicht wollen, sondern, weil sie nicht können“, so der
Referent.
Die
Altenpflegeschule am Cloppenburger St. Pius-Stift führe deshalb derzeit eine
Klasse mit nur 21 Schülern, obwohl 24 junge Männer und Frauen aufgenommen
werden könnten, erläuterte Schulleiterin Sr. Xavera vor der Presse.
Altenpflegeeinrichtungen könnten aus finanziellen Gründen keine weiteren
Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Die praktische Ausbildung in einem
Altenheim ist für die Ausbildung jedoch zwingend erforderlich.
Geers
forderte deshalb die Wiedereinführung der sogenannten „Altenpflegeumlage“. Alle
Altenpflegeeinrichtungen müssten danach „in einen Topf einzahlen“, aus dem die
Ausbildung in der Altenpflege finanziert werden sollte.
Dass
Mitarbeiter in sozialen Berufen oft nicht die ihnen geschuldete Anerkennung
bekämen, kritisierte Caritasdirektor Dr. Gerhard Tepe anlässlich des Caritassonntags,
der im Bistum Münster am kommenden Sonntag, 19. September, gefeiert wird.
Entsprechend dem Jahresthema des Deutschen Caritasverbandes steht er in diesem
Jahr unter dem Motto „Soziale Berufe“. Um das Image der in diesem Bereich
Tätigen zu verbessern, habe die Caritas Niedersachsens eine Image-Kampagne
gestartet.
Landesweit
werden vier Plakate gezeigt jeweils mit der Frage: „Hätten Sie auch den Mut?“
Zu sehen ist unter anderem ein Altenpfleger, der einem alten Mann die Haare
wäscht, oder eine Erzieherin, die im Kindergarten von sieben Kindern umgeben
ist. Sowohl Altenpfleger als auch Erzieherin tragen einen Superman bzw.
Superwoman-Anzug. Tepe: „Es gibt viele ganz normale Superfrauen und Supermänner
bei der Caritas.“ Ausdrücklich sprach der Caritasdirektor ihnen seine
Hochachtung aus.
Zum
Jahresthema „Soziale Berufe“ ist ein Spezial erschienen, das in
Einzelexemplaren erhältlich ist bei Sigrid Hausfeld, Tel. 04441/8707-0. Weitere
Infos auch unter
www.caritas.de
.
Zur Info:
Im Jahr 2002 haben 666.761 Menschen in den 1422 Einrichtungen und
Diensten der Caritas in Niedersachsen Hilfe, Begleitung, Beratung und
Unterstützung erhalten. Diese Dienste wurden von mehr als 36.000 hauptamtlichen
Fachkräften geleistet (bundesweit arbeiten mehr als 480.000 Menschen in den
Einrichtungen der Caritas).
Im Oldenburger Land wurden im Jahr 2002 rund 100.000 Personen von etwa
10.100 Mitarbeitern in 339 Einrichtungen betreut.
Dietmar
Kattinger, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 04441/8707-640,
E-Mail: kattinger@lcv-oldenburg.de