In der Novellierung seien beispielsweise keinerlei Verbesserungen hinsichtlich des Personalschlüssels oder der Verfügungs- und Freistellungszeiten für Leiterinnen und Leiter enthalten, beklagte Tepe ebenso wie Caritas-Fachberaterin Gabriele Becker. An verschiedenen Stellen fänden sich sogar Verschlechterungen.
Hingegen fordern Tepe und Becker eine höhere Qualität in der Betreuung: Stufenweise sollte eine dritte Kraft in den Kindergartengruppen aller Drei- bis Sechsjährigen eingeführt werden oder die Zahl der Kinder pro Gruppe müsste verringert werden.
Mitarbeiterführung, Qualitätsmanagement, Infektionsschutz: Die Verwaltungsaufgaben nehmen in Kitas immer mehr zu, beobachtet Becker. Dafür sowie für pädagogische Planungen, Gespräche mit Eltern oder solche mit Vertretern anderer Institutionen fordern die Caritasvertreter mehr bezahlte Zeit für die Leitungen.
Letztere brauche es auch für pädagogische Fachkräfte: Bildungsarbeit müsse vor- und nachbereitet werden; Gespräche mit Eltern würden zunehmend mehr Zeit in Anspruch nehmen ebenso wie die Anleitung von Praktikanten.
Weitere Forderung von Tepe und Becker im Hinblick auf die Überarbeitung des Gesetzes zum 1. August: Als ersten Schritt hin zu einer inklusiven Betreuung brauche es einen Rechtsanspruch auf einen Integrationsplatz in einer Kita.
Um ihre Kritik deutlich zu machen, beteiligen sich viele oldenburgische katholische Kindertagesstätten an einer Aktionswoche von Montag, 8., bis Freitag, 12. März. Eltern, Politiker sowie Behörden sollen auf die Problematik aufmerksam gemacht werden.
Initiator der Aktionswoche ist das ‚Aktionsbündnis KiTa-Gesetz‘. Ihm gehören an: Bündnis für Kinder und Familien in Niedersachsen, Katholisches Büro (Hannover), Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, lagElterninitiativen, Landes-Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege sowie Ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen. Der Landes-Caritasverband für Oldenburg ist über die Landes-Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege vertreten.
Aktionen vor Ort wird es beispielsweise geben in:
Plakate zur KiTaG-Novellierung und Elterninformationen in vielen Kitas
Briefe an Landtagsabgeordnete sowie das Kultusministerium
Postkartenaktion zum Kultusministerium:
Kath. Kitas Visbek
Kita St. Antonius, Mühlen
Weitere Kitas im Süden des Landkreises Vechta
Gespräch mit dem Bürgermeister der Gemeinde Holdorf
Pressemitteilung
Caritasdirektor Tepe: Kritik an Novellierung des Kita-Gesetzes
Erschienen am:
08.03.2021
Beschreibung