Visbek. „Sucht hat das Potential, unsere Gesellschaft zu zerstören“, warnte die Chefärztin der Suchtfachklinik für Frauen in Visbek (Landkreis Vechta), am Freitag, 23. Januar, im Rahmen einer Jahrespressekonferenz der beiden katholischen Suchtkliniken im Landkreis Vechta St. Vitus-Stift (Visbek) und St. Marienstift (Neuenkirchen).
Das zunehmende Komasaufen bei Kindern und Jugendlichen verursache Schäden im Gehirn, die nicht mehr reparabel seien. „Der Lebensweg dieser Jugendlichen ist definitiv verändert“, sagte Dr. Wibke Voigt.
Da der Anteil an leistungsfähigen Menschen in der Gesellschaft immer geringer werde, falle durch Suchterkrankungen ein weiterer Teil hiervon als Leistungserbringer aus. Suchtkranke Menschen könnten darüber hinaus ihre Kinder nicht in dem Maße versorgen, wie es notwendig sei.
Männer und Frauen jedoch, die in ihrer Kindheit nicht richtig versorgt wurden, hätten wiederum eine höhere Wahrscheinlichkeit, später selbst suchtkrank zu werden. Auch leide nicht nur der Suchtkranke selbst, sondern in der Regel drei bis vier Angehörige.
„Das Problem ist so groß, dass wir an allen Stellen anfangen müssen“, appellierte die Visbeker Suchtexpertin. Ausdrücklich begrüßt sie Rucksackkontrollen bei Jugendlichen an Tagen, an denen erfahrungsgemäß außerordentlich viel getrunken werde wie dem 1. Mai. Zugangswege zu Alkohol müssten laut Voigt ebenso erschwert werden wie die Unterstützung der Eltern erhöht.
Im Bereich der Magersucht verwies Voigt darauf, dass 15 Prozent aller Erkrankten daran sterben. „Häufig an einem Infekt, weil der Körper dann ausgelaugt ist und keine Abwehrkräfte mehr habe.“
Die Tatsache, dass es immer mehr massiv übergewichtige Menschen gibt, führt die Suchtexpertin auf mehrere Gründe zurück: Es gebe mehr und fettere Nahrung und gleichzeitig fehle es an Bewegung.
Häufig sei bei essgestörten Patienten zu beobachten, dass sie in ihrer Kindheit mit ihren Eltern keine regelmäßigen Mahlzeiten erlebt hätten.
Die Visbeker St. Vitus GmbH bietet 80 stationäre und fünf ambulante Plätze und beschäftigt 71 Mitarbeiter. Weitere Infos unter www.vitus-fachklinik.de .
Dietmar Kattinger,
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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