Hildesheim / Osnabrück / Vechta. Nach einem Brief an die niedersächsische Sozialministerin wenden sich Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter der Caritas in Niedersachsen in Sachen Krankenhäuser nun auch an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr.
In einer am Dienstag, 27.
November, an alle Einrichtungen versandten zweiseitigen Petition fordern sie
unter anderem „eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen“, einen „höheren
Stellenwert der Pflege in der Gesellschaft“ sowie die Überschüsse der
gesetzlichen Krankenkassen den Kliniken zu Gute kommen zu lassen.
„Es muss sich etwas ändern. Sonst stirbt das System!“ heißt es zugespitzt am
Ende des Schreibens, das von den drei Caritasdirektoren Franz Loth (Osnabrück),
Dr. Hans-Jürgen Marcus (Hildesheim) und Dr. Gerhard Tepe (Vechta) sowie den
diözesanen Mitarbeitervertretern Laurentius
Uhlenkamp
(Osnabrück), Claudia Schmücker (Hildesheim) und Maria Lampe-Bernholt (Vechta) unterzeichnet
ist. Am Montag, 17. Dezember, soll die Petition an Bundesminister Bahr
überreicht werden.
Die bedrohliche wirtschaftliche Lage katholischer Krankenhäuser habe sich weiter verschärft, heißt es in dem Schreiben. Die Gründe hierfür seien „in der Gesamtheit im Wesentlichen immer dieselben“: unzureichende Rückvergütung von Personal- und Sachkosten, Mehraufwand durch den Einsatz von Honorarärzten auf Grund eines sich verstärkenden Ärztemangels. „Weitere Effizienzsteigerungen und Mehrleistungen konnten und können die Lücke zwischen der Erlös- und Kostenentwicklung nicht mehr schließen“, heißt es wörtlich.
Als Folge der Ökonomisierung des Gesundheitswesens seien Mitarbeiter ausgebrannt und unzufrieden. „Es droht der Burnout“, schreiben die Unterzeichnenden. Durch die Steigerung der Auslastung sei der Samstag oft zum regulären Operationstag geworden. Gleichzeitig stiegen die Überschüsse der gesetzlichen Krankenkassen, kritisieren die Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
Interessierte sind ebenfalls eingeladen, die Petition zu unterzeichnen. Sie liegt an allen Zentralen der Katholischen Krankenhäuser im Oldenburger Land aus. In Vechta zusätzlich in der Zentrale des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg.
Insgesamt gibt es in Niedersachsen rund 200 Krankenhäuser. 52 von ihnen sind katholisch. Die Caritas in Niedersachsen beschäftigt in insgesamt 1357 Einrichtungen 38.492 Mitarbeiter in 25.474 Vollzeitstellen.
Dietmar Kattinger
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 04441/8707-640