Vechta / Oldenburger Land / Berlin. Der Deutsche Caritasverband, das Diakonische Werk der EKD und die konfessionellen Bundesverbände der Altenhilfe und Krankenhäuser machen in einem gemeinsamen Papier die Notwendigkeit einer grundlegenden Neukonzeption von Berufs- und Bildungswegen der Pflege deutlich. Daran mitgearbeitet hat unter anderem der stellvertretende Direktor des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg, Dr. Martin Pohlmann.
In dem zehnseitigen Papier fordern die Autoren für die im Pflegebereich Tätigen eine bundesgesetzlich verankerte generalistische Ausbildung mit einheitlichem Abschluss.
Angesichts des wachsenden Aufgabenspektrums und des Fachkräftemangels sei es erforderlich, dass die Berufsfelder des Gesundheits- und Pflegearbeitsmarktes für den Nachwuchs attraktiver werden, betont unter anderem Dr. Pohlmann. Nicht umsonst habe der Landes-Caritasverband für Oldenburg kürzlich in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Rösler, Ministerpräsident McAllister und Sozialministerin Özkan darauf aufmerksam gemacht.
Die Bildungswege müssten sich in einem umfassenden Sinn stärker an den Erfordernissen von Arbeitsfeldern orientieren, in denen Menschen der Pflege, Begleitung oder Assistenz bedürften. Allen Ausbildungsabsolventen müsse künftig ein direkter beruflicher Einstieg in diese Tätigkeitsfelder ermöglicht werden.
Die vorhandenen Bildungswege der Aus-, Fort- und Weiterbildung müssen laut der Empfehlung als ein aufeinander bezogenes Bildungskonzept im Sinne des lebenslangen Lernens weiterentwickelt sowie eine Durchlässigkeit zum Hochschulbereich erreicht werden. Parallel sei eine grundständige akademische Qualifizierung in Form eines dualen Studiums vorzusehen, wie sie der Landes-Caritasverband seit kurzem zusammen mit der Hochschule Osnabrück und dem Christlichen Krankenhaus Quakenbrück umsetzt.
Die Ausbildung solle auf eine stabile Finanzierungsstruktur gegründet werden, die den ausbildenden Trägern Raum für Ausgestaltung und Entwicklung der Ausbildungsqualität lässt. Die Verbände fordern eine wettbewerbsneutrale Refinanzierung der Ausbildungskosten. Nach Ansicht der Verbände können hierfür die bewährten Strukturen des Krankenhausfinanzierungsgesetzes als Orientierung dienen. Dadurch könnte beispielsweise auch das Schulgeld entfallen, das derzeit Auszubildende in der Altenpflege noch bezahlen müssen.
Bereits im vergangenen Jahr haben sich die konfessionellen Bundesverbände der Altenhilfe und Krankenhäuser zusammen mit Caritas und Diakonie in einem gemeinsamen Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung der Pflegeausbildung in die Debatte um einen neuen Pflegeberuf eingebracht. In den nun vorliegenden gemeinsamen Empfehlungen werden die Forderungen des Eckpunktepapiers weiter vertieft und konkretisiert.
Dietmar Kattinger
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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