Cloppenburg-Stapelfeld
/ Oldenburg.
Die
Stadt Oldenburg liegt im Vergleich der Zahl an Stiftungen pro 100.000 Einwohner
bundesweit an vierter Stelle. Damit rangiere die
Huntestadt
zwar hinter Frankfurt und Hamburg, aber noch vor München. Das sagte der frühere
niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, am
Freitag, 13. September, beim Stiftungstag in der Katholischen Akademie
Stapelfeld.
Auch
seien mit der Volkswagen- sowie der Stiftung der Universität Göttingen die
beiden größten deutschen Stiftungen in Niedersachsen beheimatet.
Innerhalb
Niedersachsens stehe der Landkreis Vechta stiftungsmäßig an der Spitze aller
Kreise, sagte Stratmann vor rund 60 Gästen.
Die
Zinserträge von Initiativen dieser Art werden bei konventionellen Anlagen „wohl
auch in absehbarer Zeit niedrig bleiben“, prognostizierte der Oldenburger Jurist,
gleichzeitig Vorsitzender des
Kuratoriums
der
Volkswagen-Stiftung
.
Für
Stiftungen sei es daher eine große Herausforderung, „ihre Effektivität aufrecht
zu erhalten oder gar zu steigern“, sagte Stratmann.
Hinzu
komme, dass 74 Prozent der Stiftungen über einen Kapitalstock von unter einer
Million verfügen würden, sagte Stratmann. „Große Sprünge lassen sich mit Erträgen
unterhalb dieser Grenze nicht machen.“
Trotz
niedriger Zinssätze wurden durch 13 Stiftungen, die unter dem Dach der
„Caritas-Gemeinschafts-Stiftung“ verwaltet werden, bei einem Stiftungskapital
von 2,3 Millionen Euro bislang Projekte in Höhe von 212.500 Euro gefördert,
führte der Vorsitzende der Gemeinschaftsstiftung, Caritasdirektor Dr. Gerhard Tepe,
aus.
Ein
Engagement, „das wertvoll und wichtig ist“, betonte Stratmann weiter. Stiftungen
seien allerdings nicht dazu da, ihre Empfänger „dauerhaft zu alimentieren“.
Wohl aber könnten sie zügig auf neue Herausforderungen eingehen und schneller
als Staat und Wirtschaft neue Konzepte entwickeln.
„Sie
sind die Schnellboote auf den Ozeanen der Herausforderungen, die längst neue
Ziele ansteuern, wenn die großen Tanker erst beginnen Fahrt auf zu nehmen.“
Stiftungen seien „Seismographen der Gesellschaft, Impulsgeber, Kreativschmieden
und Zukunftswerkstätten.“
Sein
Rat in Anbetracht niedriger Zinsen: stärkere Zusammenarbeit untereinander,
Synergien nutzen und sich auf wesentliche Betätigungsfelder konzentrieren.
Nach
Schätzungen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen engagieren sich 23
Millionen Bürger mit durchschnittlich zwei Stunden pro Woche ehrenamtlich. Mit
19.551 Stiftungen sei ihre Zahl im letzten Jahr auf einen neuen Rekordwert
gestiegen. Pro Jahr kämen etwa 650 und damit zwei pro Tag hinzu.
Zitat:
„Der
Gründerelan bezüglich Stiftungen hat in Deutschland nicht nachgelassen.“
Minister a.D. Lutz Stratmann
Dietmar Kattinger
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 04441/8707-640