Lohne/Diepholz
(LCV)
Sie ist 63, hat bei einer Bank gearbeitet und ist „wirtschaftlich abgesichert“.
„Nun möchte ich auch mal was für andere tun“, sagt Beate B. aus dem Landkreis
Diepholz. Als eine von 17 Teilnehmern hat sie jetzt eine fünfmonatige
Ausbildung in „ehrenamtlicher Schuldnerberatung“ abgeschlossen.
Darunter
Hausfrauen, Sozialarbeiter oder Lehrer. „Ich stehe kurz vor der Rente und
überlege mir, ob ich als Pensionär Schuldnerberatung mache“, beschreibt ein
60-jähriger Realschullehrer aus dem Landkreis Vechta seine Motivation. Weil
viele Insassen der Vechtaer Justizvollzugsanstalt für Frauen überschuldet
seien, hat sich die Sozialarbeiterin Sabine Grave an 11 Abenden mit zwei ihrer
Kollegen weitergebildet.
Die 34-Jährige
möchte zwar die Schuldnerberatung nicht übernehmen, den Frauen aber erste
Fragen beantworten und sie an die richtigen Stellen weiterleiten.
Damit ist für
Ludger Niehaus vom Landes-Caritasverband das erste Ziel des Kurses erreicht:
„Die Teilnehmer sollen da, wo sie arbeiten, Überschuldeten weiterhelfen.“
Gemeinsam mit den Referenten für Gemeindecaritas Cornelia Emken und Volker
Hülsmann sowie dem Kreisbildungswerk Vechta hat er den fünfmonatigen Kurs organisiert.
Auch das
zweite Ziel ist für Niehaus erreicht: Vier Teilnehmer des Kurses haben ihr
Interesse angemeldet, Schuldner im Rahmen der organisierten Caritas künftig in
Vechta, Lohne und Damme zu beraten. Für Niehaus „keine Konkurrenz, sondern eine
Ergänzung zur hauptamtlichen Schuldnerberatung“.
Allein, dass
Überschuldeten zugehört würde, sei eine wichtige Hilfe, würdigte die Vorsitzende
des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg, Prof. Dr. Agnes Holling, bei der Übergabe
der Zertifikate am Montag, 22. März, in Lohne. Neben ihrer Bereitschaft zur
Beratung brächten die Teilnehmer darüber hinaus „ein großes Reservoir an
Lebenserfahrung mit“, sagte Holling.
Weitere Infos
rund um das Thema „Schulden“ beim LCV, Ludger Niehaus, Tel. 04441/8707-0.
Dietmar
Kattinger, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel.
04441/8707-40